"Werd ich zum Augenblicke sagen: / Verweile doch! Du bist so schön! 

Dann magst du mich in Fesseln schlagen, / Dann will ich gern zugrunde gehn!"

(Johann Wolfgang von Goethe, "Faust I")

Hier sind die aktuellsten Geschichten zu finden.

Ich finde, 20 sollten erst einmal reichen, damit es hier übersichtlich bleibt.

Alle anderen findest du drüben in der herzblut-Bank.

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#22 Nur ein Sonnenaufgang

Es ist früh am Morgen. Sehr früh. Fünf oder sechs Uhr. Wir haben eine lange Bahnfahrt hinter uns, die Motorräder sind losgezurrt und wir schieben sie vorsichtig von der Zugrampe auf die Straße.

Mir ist ein bisschen kalt, die Beine fühlen sich noch etwas steif an, es weht kaum ein Wind hier oben in den Alpen. Ich bin etwas nervös, ob das Motorrad anspringt. Obwohl, nein. Eigentlich bin ich unsicher, ob ich die schmalen Pässe und engen Haarnadelkurven gut werde fahren können.

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#21 Ode an mein Kind

Du die du nie geboren bist

und doch schon ewig lebst.

Wie hab ich dich vermisst!

Wer wäre ich ohne dich?

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#20 Grüner Käfer

Zielstrebig, voller Leben

rast ein kleiner

grasgrün schillernder Käfer

durch die schmalen Straßen: 

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#19 Die Nähe in der Entfernung

Vater-Sohn-Beziehungen sind kompliziert.

Das ist keine neue Weisheit, sondern „ehernes“ Gesetz.

Und doch oder gerade deswegen gab es in meinem Leben Situationen mit meinem Vater, in denen unsere Beziehung nur zu fließen schien. Und wenn auch nur für ein paar Sekunden. Aber Sekunden, die Jahre überdauerten und überdauern.

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#18 Ein Hoch auf Herzblutväter

Mein Bruder ist vor vier Wochen Vater geworden.

Das an sich eine Herzblutgeschichte.

Und ich bin somit „neugeborene“ Tante! 

Die neue Familie wohnt in Zürich und da ich momentan in Heidelberg wohne, musste ich mich etwas gedulden, bis ich meinen Neffen das erste Mal in echt sehen konnte. Vor einer Woche, kurz vor Weihnachten, war es dann soweit.

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#17 Als Papa im Sterben lag

Es waren zwanzig oder sogar dreißig Jahre, ich kann mich nicht genau erinnern, dass wir nicht alle zusammen waren. Dass alle sieben Geschwister, die überall auf der Welt zerstreut sind, sich wieder treffen, war keine leichte Aufgabe. Die Emotionen und die Freude auf ein Wiedertreffen haben niemals gefehlt.

Auch diese Umarmung hat nie gefehlt, diese so starke Umarmung, von der man sich nicht mehr lösen kann. 

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#16 Die Augen der Esel

Die Augen der Esel, so tiefschwarz wie die Moorseen, Connemara!

 

Dort haben ihre Blicke sich gefunden. Die der Deutschen in ihren ersten Schulferien als Lehrerin und die des jungen Mannes, bei ihm nicht zu übersehen: die schwarze Binde, schräg über dem linken Auge. 

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#15 Von guten Mächten

Am Tag nach dieser schrecklichen Amokfahrt  in meiner Stadt saß ich eigentlich schon beim Bier in der Sonne am Wasser und war entschieden. Leerlauf, in Ruhe sein, die Kälte der Knochen in der Wärme zum Schmelzen bringen. Ein herrlicher Frühlingstag, der zweite des Jahres, der erste war ja tags zuvor wohl zu viel des Guten gewesen für einen traurigen Menschen. 

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#14 wenn ich von ferne

wenn ich von ferne
deine stimme höre
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#13 Für ein neugeborenes Kind

Fasziniert und berührt

Schaue ich dich an

Du neugeborener Mensch

Welches Leben hat hier begonnen

Wohin wird es dich führen

Wenn meine eigene Zeit

Vielleicht längst vorüber ist

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#12 offenherzig

das herz öffnen

und

nochmal das Herz öffnen

und nochmal das HERZ öffnen

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#11 Besuchszeit

Du liebst Dich selbst am meisten. Ich kann das besser mit anderen. Am besten mit Dir.

Kein Vorwurf. Nur ein Gedanke. Vergessen bei unserer nächsten Begegnung. 

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#10 an der grenze

an der grenze

zeige ich meine papiere

 

für das foto hatte ich mir

dich vorgestellt

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#09 Begegnung

Der Geruch des frühen ersten Bieres, gemischt mit der selbst gedrehten morgendlichen Zigarette war nicht zu überriechen. Und trotzdem war eine Zuneigung da, von zwei Körpern, die es nicht nur nötig hatten. 

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#08 Der Mann, der meine Wäsche aufhängt

Eine Ode an den Mann der meine Wäsche aufhängt.

Wir küssen uns nicht mehr.
Berühren uns nur freundschaftlich und selbst das nur selten.
Wann hab ich das letzte Mal ein Lob über ihn an andere ausgesprochen?
Wann das letzte Mal zarte Gedanken an ihn gehabt?

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#07 Kitsch-frei!

Herzblutgeschichten? Als skeptischer Mensch mit Hang zum Sarkasmus fürchte ich mich beinahe reflexartig vor dem Abrutschen dieser Art von Erzählung in sentimentalen Kitsch.

Doch es ist zweifellos wahr: Wir sollten die positiven Augenblicke unseres Lebens, auch wenn sie uns zu kurz und unbedeutend erscheinen, mehr in den Mittelpunkt rücken. Das würde unserer seelischen Gesundheit sicher gut tun.
In einem Roman las ich den schönen Ausdruck 'moments of grace' für solche ganz speziellen Momente. In meinem Leben haben sie häufig mit Naturschönheit, Musik und Liebe zu tun.

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#06 "Mama!"

Ich fahre mit dem Rad durch ein Viertel in Bern.

Plötzlich höre ich eine mir bekannte Stimme laut "Mama!" rufen.

Ich sehe meinen 18 jährigen Sohn, inmitten seiner Berufsschulkollegen.

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#05 Der Kongress herzt

Ich habe nun schon 20 Jahre viele neugierige Menschen mit viel Herzblut mit den systemischen Leben, Denken und Fühlen in Kontakt gebracht und letztes Wochenende waren ca. 50 dieser Herzblutmenschen da. 

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#04 Herzkammerflimmern

Wenn sich der Wind mal wieder

in meinen Armen ausgeheult hat

und ich ruhelos durch die Nacht rausche

noch den letzten Schluck Wodka

im Mundraum kreisend

legt sich das sanfte Gemüt

still auf mein Haupt

und streichelt mir

die liebgewonnene Sehnsucht

auf die Stirn. 

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#03 Patchworkliebe

Mein Enkelkind Mazze ist direkt aus dem Himmel in unsere große Patchworkfamilie „gefallen“, nicht geplant, aber sofort von allen ins Herz geschlossen.

Mazze lebt bei seiner lieben Mama - leider fünf Autostunden von uns entfernt. Ein Teil der Patchworkfamilie lebt direkt in seinem Umfeld, der andere Teil querbeet durch Deutschland verteilt. Ja, und da Mazze von allen gleichermaßen geliebt wird, keiner an ihm zoppelt und zerrt, fährt er (noch ...) ganz freiwillig und froh, seit seiner Geburt immer von A nach B. Bei seinem Papa (1 Zugstunde entfernt) verbringt er jedes 2. Wochenende.

Nun ist Mazze seit Sommer ein Schulkind und wir Patchworkgrosseltern, die heißgeliebte Patentante, "teilen" uns mit den Eltern die Schulferien, wie z.B. die vergangenen Weihnachtsferien.

Nach dem Weihnachtsfest bei Mama fährt Papa mit ihm zu Opa Max und Oma Lisbeth - am Neujahrstag wird er von den genannten Großeltern zu uns gebracht. Mazze braucht bei einem solchen „Standortwechsel“ eine klare Struktur - seine erste Frage: „Wie oft schlafe ich hier?“

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